-12- Die Diagnose

 

Karin liegt in ihrem Bett und ist müde. Das Kortison (und die Bettnachbarin) lässt sie nachts nicht schlafen. 

Eine Ärztin kommt mit den Worten ins Zimmer: Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie. Welche möchten Sie denn zuerst hören. 

Karin sagt: Die Gute. Die Ärztin: Wir haben im MRT einen Fleck im Rückenmark entdeckt. Dieser Fleck ist zum Glück kein Tumor. Der liegt nämlich so ungünstig, den könnten wir nicht operieren. Und jetzt kommt die schlechte Nachricht, Sie haben MS. 

Karin hat es ja irgendwie schon geahnt. Aber es dann zu hören ist ja doch was anderes. Sie kennt einen Mann mit MS. Er saß ruckzuck im Rollstuhl. Erwartet sie das jetzt auch? Komisch, das mich alle immer mit dem Rollstuhl in Verbindung bringen. 

Ich hatte ja schon erwähnt, das Karin 2 Bandscheibenvorfälle hatte. Da hatte sie so starke Schmerzen das sie gar nicht mehr Leben wollte und war jeden Tag aufs neue entsetzt das der Schmerz sich noch steigern konnte, obwohl sie dachte, schlimmer geht es nicht mehr. 

Sie ruft mal wieder ihren Mann an und erzählt ihm von mir. Sie sagt, wenn es keine MS wäre, hätte sie Krebs den man nicht operieren könne. Und sie ist auch ein bisschen erleichtert. MS tut soviel sie weiß nicht weh. Denn sie hat panische Angst vor Schmerzen. Und was sagt sie jetzt? Sie sagt, hätte sie die Wahl gehabt, inoperabler Tumor, also Krebs oder MS, sie hätte sich eindeutig für mich entschieden. 

Mit jeder Kortison Infusion schwillt die Entzündung weiter ab. Karin sagt die Oberschenkel und der Bauch kribbeln auch nicht mehr. 

Nach und nach kribbelt es kaum noch. Nur noch die Hände. Sie haben Karin gesagt, es kann 6 Wochen dauern, bis alles wieder normal ist. Aber sie wird noch merken, das die Hände nicht mehr normal werden. 

 

 

 

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